Die
am meisten bekannten Brennstoffzellen-Experimente wurden 1842 von dem
britischen Physiker und Anwalt Sir William Grove (1811 – 1896)
durchgeführt.
Er verband die Wasserstoff-Anode und die Sauerstoff-Kathode miteinander und
erzeugte so elektrischen Strom um so experimentell das Prinzip zu zeigen.
Grove war wahrscheinlich der erste der eien reale Brennstoffzelle baute,
aber es war ein deutscher Wissenschaftler, Christian Friedrich Schoenbein
(1799 – 1868), der als erster den Brennstoffzellen-Effekt entdeckte. Im
Januar 1839 veröffentlichte er die Erzeugung von Strom durch Kombination
von Wasserstoff und Sauerstoff. Grove arbeitete in der selben Zeit auch an
dem Phänomen und beide tauschten ihre Ideen und Entwicklungen in den
folgenden Jahren aus. Während Schoenbein sich mehr auf den grundlegenden
Teil der Entdeckung konzentrierte, war Grove mehr ein Ingenieur. In den
Jahren 1844/45 präsentierte Grove den ersten Brennstoffzellen-Generator,
der in nachfolgender Abbildung gezeigt wird. Er bestand aus 10 in Serie
miteinander verschalteten Zellen, die ihren Wasserstoff aus der Korrosion
von Zink in Säure erhielten. Jedoch verhinderte 1866 die Entwicklung des
Dynamos von Werner von Siemens die frühzeitige Einführung der
Brennstoffzelle und überschattete so die Entdeckung dieses
vielversprechenden Energiewandlers.
Wilhelm
Ostwald (später Nobelpreisträger) sagte 1884: „Die Brennstoffzelle ist
eine größere Erfindung für die Zivilisation als die Dampfmaschine und
wird den Siemens-Generator bald ins Museum verbannen.“ 1905 präsentierten
Ostwald und Nernst eine grundlegende Theorie zur Brennstoffzelle.
Durch die leicht zugänglichen
und in großen Mengen vorhandenen Erdöle und die Entdeckung der
Verbrennungsmaschine (Carl Friedrich Benz und Gottlieb Daimler) wurden die
Brennstoffzellen bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts vergessen. Im
US-Weltraumprogramm Apollo erlebten die Brennstoffzellen in den 1960er
Jahren eine erste Renaissance. Am 21.August 1965 nutzte Gemini 5 als erstes
Spaceshuttle eine PEM-Brennstoffzelle anstelle einer Batterie. Aufgrund der
besseren Eigenschaften wurden Alkalische Brennstoffzellen in der
Apollomission eingesetzt die selbige mit elektrischer Energie bei der
Mondlandung der USA 1969 versorgten.
NASA Raumfähre.
AFC für die Apollomission.
Hindenburg Unglück 1937.
Die erste Ölkrise 1973 führte
zur zweiten Renaissance der Brennstoffzelle, in der ein spezielles
Interesse an großen Kraftwerken, basierend auf „Hochtemperatur-Brennstoffzellen“,
zu verzeichnen war. Professor Karl Kordesch von der Universität Graz, Österreich,
war dann einer der ersten frühen Brennstoffzellen-Pioniere. Er
entwickelte mit seinen Mitarbeitern in den 1970er Jahren ein von einer
Alkalischen Brennstoffzelle getriebenes Motorrad und ein Auto. In den
letzten 2 bis 3 Dekaden suchte die Weltgesellschaft, aufgrund gestiegener
Umweltverschmutzungen, nach sauberen Energietechnologien, was den
Brennstoffzellen eine enorm gesteigerte Aufmerksamkeit bescherte.
Die
Brennstoffzellenentwicklung hat sich jedoch etwas verlangsamt, aus der
Angst heraus Wasserstoff als Brennstoff zu verwenden. Es wird allgemein
angenommen, das Wasserstoff ein extrem explosives und gefährliches Gas
ist. Der größte Teil dieses Glaubens rührt aus dem Jahr 1937 als der
wasserstoffgefüllte Zeppelin „Hindenburg“ in Lakehurst, USA, Feuer
fing und kaputt ging. 35 der 97 Passagiere starben dabei und was alle
sahen war eine Wasserstoffexplosion. Der wirkliche Grund für das Feuer
war jedoch der explosive Anstrich, eine Kombination aus Aluminium, Eisen
und Sauerstoff. Die meisten Menschen starben als sie aus dem Zeppelin
sprangen und nicht in den Flammen. Im Gegensatz zu den meisten
Verbindungen ist Wasserstoff leichter als Luft, weshalb es schneller zu
einer nichtexplosiven Mischung wird, wenn ein Leck auftritt. Wasserstoff
ist ungiftig und weniger leicht entflammbar als Benzin.
Das Augenmerk der Welt auf
umwelttechnische und verschmutzende Probleme in den letzten Jahrzehnten führte
zur Suche nach sauberen Energien. Zusammen mit anderen erneuerbaren
Energien wie Photovoltaik und Wasser- und Windenergie besitzen
Brennstoffzellen ein gesteigertes Interesse von Regierungen und
Industrien. Im Zusammenhang mit der CO2-Emmission und deren Einfluss auf
die globale Erwärmung hat speziell die Autoindustrie ihre Bemühungen für
den Ersatz von Verbrennungsmotor verstärkt. Dabei werden jedes Jahr
mehrere Billionen Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben. So
wurden Prototypen für alle Anwendungen präsentiert um die technologische
und ökonomische Machbarkeit zu demonstrieren. Jedoch ist dies nur ein
Teil auf dem Weg, bevor es möglich sein wird Brennstoffzellen auf einem
großen Markt einzuführen.
Zukunft „Wasserstoffgesellschaft“.
Vision von Statoil, Norwegen.