Brennstoffzellen
werden interessant aufgrund ihrer geringen Umweltverschmutzung und ihres (theoretisch)
hohen Wirkungsgrades. Bei den Brennstoffzellen ist es möglich die chemische
Energie des Brennstoffs direkt in Elektrizität umzuwandeln, da die
Brennstoffzelle nicht vom die Verbrennungs- und Dampfmaschinen begrenzenden
Carnot-Effekts beeinflusst sind. Wird die chemische Energie mittels Wärme (z.B.
bei der Benzinverbrennung) in Leistung umgewandelt, wird deren maximaler
theoretischer Wirkungsgrad begrenzt durch die Reaktionstemperatur:
Bei Brennstoffzellen
kann der theoretische Wirkungsgrad, neben vielen anderen Möglichkeiten, als das
Verhältnis zwischen der verfügbaren chemischen Energie (freie Energieänderung
der Brennstoffzellenreaktion, DG) und dem höheren Heizwert der
Brennstoffzellenreaktion (Enthalpieänderung der Brennstoffzellenreaktion, DH)
bezeichnet werden.
Wie in der
nachfolgenden Abbildung zu sehen ist, besitzen die Brennstoffzellen über einen
großen Temperatur- und Leistungsbereich eine potenziell höhere Wirksamkeit als
die Carnot-Technologie. Verbrennungs- und Wärmekraftmaschinen sind gut geeignet
für stationäre Anwendungen, in denen nur ein geringer Bereich hoher Leistung
benötigt wird. Außerhalb diese Bereichs sinkt der Wirkungsgrad (die Effektivität)
jedoch sehr. Brennstoffzellen haben, wo auch immer eingesetzt, einen hohen
Wirkungsgrad über einen großen Leistungs- und Temperaturbereich und sind
dadurch perfekt für dynamische Lastzyklen geeignet. Weiterhin besitzen
Brennstoffzellensysteme besonders in sehr niedrigen Leistungsbereichen hohe
Wirkungsgrade.
Um den Unterschied
der beiden Technologien besser zu verstehen, sei das Beispiel des Autofahrens
genannt. Während eines Staus auf der Autobahn arbeitet der Verbrennungsmotor in
einem hohen Wirkungsgradbereich, dem optimalen Bereich der roten Kurve. Steht
das Auto dagegen in einer Stadt im Stau, fährt es häufig an und steht nach
kurzer Zeit wieder, welches mit dem Auf und Ab des linken Teils der roten Kurve
einhergeht. Dies beweist die schon gut bekannte Tatsache, dass der Stau in der
Stadt eine höhere Umweltverschmutzung aufgrund geringerer Effektivitäten
verursacht. Vergleicht man das selbe Beispiel für eine Brennstoffzelle (grüne
Kurve), so ist zu erkennen, dass eine Brennstoffzelle ihre höchste Leistungsfähigkeit
immer im Bereich der niedrigen Lasten hat. Eine Brennstoffzelle würde also sehr
viel besser im städtischen Stau, aber auch sehr effektiv während
gleichbleibender Belastungen, arbeiten.
Jedoch haben
Brennstoffzellen nicht für alle Anwendungen einen höheren Wirkungsgrad
als Wärmekraftmaschinen oder Turbinen. Für große stationäre
Anwendungen in denen Hochtemperaturbrennstoffzellen (SOFC, MCFC)
eingesetzt werden, erbringt eine Kombination der beiden Technologien die
besten Ergebnisse. Die überschüssige Wärme einer
Brennstoffzelle würde in eine Wärmeturbine geführt werden und bewirkt
so eine höhere abführbare elektrische Leistung.
Die Verluste
in Brennstoffzellen gehen mit einem geringeren Leistungsertrag einher. Je
mehr Strom aus einer Zelle gewonnen wird, desto höher sind die Verluste.
Dies kann durch eine fallende Zellspannung bei gleichzeitig steigendem
Strom gezeigt werden. Nachfolgend ist ein typisches Spannung-Strom-Kurve (U-I-Kurve)
einer Wasserstoff-PEM-Brennstoffzelle dargestellt.
Gebe
es
keine Verluste in einer Brennstoffzelle, so würde sich die
Zellspannung unabhängig vom Zellstrom ständig bei der theoretischen
Spannung befinden. Diese ideale Zellspannung (Erev) einer
Brennstoffzelle kann aus der verfügbaren freien Energie DG berechnet
werden.
Hierbei ist DG
die freie Gibbs´sche Energie, n die Anzahl der an der Reaktion
beteiligten Elektronen und F die Faraday-Konstante (94685 C/mol). Erev ist
weiterhin abhängig von den Betriebsbedingungen wie Temperatur, Druck und
Konzentration der Reaktanden. Der Unterschied zwischen idealer
Zellspannung und Betriebsspannung wird als Überspannung bezeichnet und
stellt die Verluste innerhalb der Brennstoffzelle dar. Das Verhältnis
zwischen der theoretischen Spannung Erev und der aktuellen
Betriebsspannung (Ezell) ist der genauere Weg zur Darstellung
des Wirkungsgrades einer Brennstoffzelle.
Die Verluste in
einer Brennstoffzelle können unterschieden werden in Brennstoff-Crossover und
interne Stromverluste, Aktivierungsverluste, ohmsche Verluste und
Massentransportverluste. Der Brennstoff-Crossover und die internen Stromverluste
rühren vom Brennstofffluss und dem elektrischen Strom im Elektrolyten her. Der
Elektrolyt sollte nur ionen transportieren, jedoch fließt ebenfalls ein
geringer Teil des Brennstoffs und der Elektronen durch den Elektrolyten.
Ungeachtet dieser geringen Mengen an Brennstoff-Verlusten und der internen
Stromverluste ist dies der Hauptgrund weshalb die Betriebsspannung (OCV)
geringer als die theoretische Spannung ist. Die Aktivierungsverluste kommen von
der Trägheit der Reaktion an der Reaktionsoberfläche. Ein weiterer Teil der
Spannung wird durch die elektrochemische Reaktionskinetik verloren. Dies ist im
linken Teil der U-I-Kurve zu erkennen.
Die ohmschen Verluste sind ein
konstanter Widerstand zum Ionenfluss im Elektrolyten und der Elektronen durch
die Zelle an sich sowie in verschiedenen internen Verbindungen. In diesem
Bereich fällt die Spannung direkt proportional zur Stromdichte ab und wird
deshalb als „ohmsche Verluste“ bezeichnet.
Massentransportverluste resultieren von der Erhöhung
der Konzentration der Reaktanden an der Oberfläche der Elektroden an denen sich
der Brennstoff befindet. Beim maximal (limitierenden) Strom ist die
Konzentration an der Oberfläche des Katalysators praktisch Null, da die
Reaktanden sofort verbraucht werden, wenn sie an die Oberfläche gelangen.