Der Aufbau einer
Brennstoffzelle ist relativ einfach, da die Brennstoffzelle aus nur
wenigen Einzelteilen besteht. Das wichtigste sind dabei der Elektrolyt und
die Elektroden. Weiterhin werden Flowfield-Platten (Verteilerstrukturen)
benötigt um die Reaktanden gleichmäßig in der gesamten Zelle zu
verteilen. In der nachfolgenden Abbildung sind die einzelnen Komponenten
einer (PEM)-Brennstoffzelle dargestellt.
Nachfolgend
werden die Komponenten beschrieben und deren wesentliche Eigenschaften
aufgezeigt.
Elektrolyt
-Das Elektrolyt hat wesentliche Eigenschaften in einer
Brennstoffzelle. Es ist ionischer Leiter, elektrischer Isolator und
Separator für die anodischen und kathodischen Reaktanden. Die Ionen müssen
die Membran durchqueren um das Ladungsgewicht zwischen Anode und
Kathode aufrecht zu erhalten. Die Art der Ionen und die
Durchtrittsrichtung sind aber vom Brennstoffzellentyp abhängig (siehe
„Brennstoffzellen-Arten“). Wie im Abschnitt „Prinzip“
beschrieben, ist die wesentliche Aufgabe einer Brennstoffzelle die
Trennung der Reaktanden und damit die Gewährleistung das die
elektrochemische Reaktion an Anode und Kathode getrennt voneinander
ablaufen. Jedweder Stromfluss oder Reaktionsdurchtritt durch den
Elektrolyten bewirkt eine Verschlechterung der Eigenschaften einer
Brennstoffzelle, was wiederum einen hohen Einfluss auf die Funktion
einer Brennstoffzelle hat.
Elektroden
-Die elektrochemischen Reaktionen
finden an der Elektrodenoberfläche statt. Der Brennstoff wird dabei
an der Anode oxidiert und Sauerstoff wird an der Kathode reduziert.
Werden Elektroden und Membran miteinander verbunden, so wird dies als
Membran-Elektroden-Anordnung (MEA) bezeichnet. Für „Niedrigtemperatur-Brennstoffzellen“
werden Edelmetalle als Elektrodenmaterial benötigt um die
Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Platin ist der dabei am häufigsten
verwendete katalysator, wobei es manches Mal mit anderen Materialien
kombiniert wird. Bei „Hochtemperatur-Brennstoffzellen“ (MCFC, SOFC)
ist dies nicht notwendig, weshalb hier preiswertere Metalle/Materialien eingesetzt werden können.
Gasdiffusionsschicht -
(Engl. Gas Diffusion Layer, GDL) GDL werden nur in „Niedrigtemperatur-Brennstoffzellen“
eingesetzt. Sie sind notwendig um die Reaktanden zur und die
Reaktionsprodukte von der Elektrodenoberfläche zu transportieren.
Sehr wichtig ist dabei auch der Abtransport des Reaktionswassers von
der Kathode in z.B. PEMFC. Die GDL sind so optimiert, das sie ihre
hydrophoben Eigenschaften ändern können. Werden die GDL zwischen den
Elektroden und dem Flowfield (Stromableiter) angeordnet, müssen sie
zusätzlich noch elektrisch leitend sein.
Verteilerstruktur
und Bipolplatte (BPP) - Verteilerstrukturen
(oder Flow-Fields) sind notwendig um den Brennstoff und den Oxidanten (Luft) innerhalb
der gesamten Zelle zu verteilen. Verschiedene Kanalstrukturen wie mäanderförmig,
parallel und „interdigitaded“, sind in die Platten eingelassen, in
denen dann z.B. Wasserstoff und Luft strömen können. Für die
unterschhiedlichen Brennstoffzellentypen gibt es verschiedene
Materiealien. So können Graphit, Edelstahl und Kunststoff für „Niedrigtemperatur-Brennstoffzellen“
oder Keramiken für „Hochtemperatur-Brennstoffzellen“ eingesetzt
werden. Die Verteilerstrukturen dienen auch als Stromableiter.
Nachfolgend ist beispielhaft ein
Einzeller mit mäanderförmigen
Kanälen für dieReaktanten
dargestellt. Die Elektrolytmembran mit den Elektroden und die
Gasdiffusionsschichten befinden sich zwischen den Graphitplatten.
Damit es möglich wird
Brennstoffzellensysteme mit hoher Leistung zu entwickeln, werden
einzelne Zellen zu einem Stack zusammengefasst. In solch
einem Fall haben die Verteilerstrukturen auf beiden Seiten Strukturen,
weshalb sie dann als Bipolplatten bezeichnet werden. Nachfolgend ist das
Prinzip eines solchen Stack skizziert. Für jeden Brennstoffzellentyp
und jede spezielle Anwendung gibt es auch ein eigenes Stackdesign. Abhängig
von den speziellen Anwendungen (nutzbare Leistung, Wärme, Größe und
Form) werden verschiedene Verteilerstrukturen, BPP und komplette Zellstacks entwickelt. Ein interessantes Beispiel ist dabei die röhrenförmige
SOFC von Siemens Westinghouse (siehe auch „Brennstoffzellentypen /
SOFC“).
Ein komplettes Brennstoffzellensystem beinhaltet
jedoch mehr als nur den Zellstack. So gehören mindestens ein
Brennstofftank, Pumpen, Lüfter und eine Überwachungseinheit zu einer
funktionierenden Brennstoffzelle. Am wenigsten kompliziert aufgebaut sind
jedoch stationäre Kraftwerke, da gerade die kleinen Anwendungen zu großen
Herausforderungen in der Systementwicklung führen können. Nachfolgend
ist beispielhaft ein Direkt-Methanol-Brennstoffzellen
Mobiltelefon-Batterieladegerät von Motorola dargestellt.
Im Gegensatz zu Batterien wird der Brennstoff
von Brennstoffzellen separat zum Energiewandler gespeichert. Die Größe
des Speichersystems begrenzt dabei die Einsatzzeiten. Wasserstoff kann in
Drucktanks, Metallhydriden, als flüssiger Wasserstoff oder chemisch
gebunden gespeichert werden. Schwerere Kohlenwasserstoffe können
ebenfalls gespeichert werden und entweder direkt in die Zelle oder
reformiert als Wasserstoff, jeweils abhängig vom Brennstoffzellentyp und
der jeweiligen Anwendung, eingespeist werden. In den meisten Fällen ist
der Oxidant bzw. die Sauerstoffquelle Luftsauerstoff. Die Pumpen und Lüfter
versorgen die Brennstoffzelle aus dem Tank bzw. der Luft.
Für einige Brennstoffzellentypen ist die
Feuchtigkeit des Elektrolyten entscheidend für die Protonenleitfähig und
damit die Gesamteigenschaften. Deshalb ist dann ein Befeuchter notwendig,
der Wasser den Gasen zuführt um die Feuchtigkeit in der Zelle und der
Membran zu kontrollieren.
Deshalb sind die theoretischen Verluste in
einer Brennstoffzelle relativ gering, obwohl beträchtliche Mengen an Wärme
während des Betriebs produziert werden. Ist z.B. der Gesamtwirkungsgrad
eines Systems 50 %, so werden Wärme und elektrische Leistung in gleichen
Mengen produzier. Aus diesem Grund ist es notwendig ein Kühlsystem,
basierend auf Wasser oder Luft, einzusetzen um eine Überhitzung zu
vermeiden.
All die eingesetzten Komponenten müssen von
einer Kontrolleinheit überwacht werden um einen stabilen Betrieb und eine
verlässliche Ausgangsleistung eines Brennstoffzellensystems zu gewährleisten.