Das
Elektrolyt in einer Festoxid-Brennstoffzelle ist ein festes, undurchlässiges
Metalloxid, wie beispielsweise yttrium-(Y2O3)-stabilisiertes
(8 – 10 mol-%) Zirkon (ZrO2). Die Ionenleitung im
Elektrolyten erfolgt durch Sauerstoffionen-(O2-)-Transport. Durch den
Einsatz des Metalls als Elektrolyt ist das System stabiler und sicherer
als eine SOFC. Da es so zu keinen Undichtigkeiten kommen kann, können
die Zellen unterschiedliche Formen annehmen, wie röhrenförmig, eben oder
monolithisch. Die normale Betriebstemperatur liegt bei etwa 1000°C, wobei
das Ziel in der Entwicklung bei Betriebstemperaturen von 650°C liegt.
Dies würde jedoch die Leitfähigkeit des derzeit genutzten
Festelektrolyten-Materials reduzieren.
Wie
in der MCFC sind durch die schnelle Kinetik bei diesen Temperaturen auch
hier keine Edelmetalle als Elektrodenmaterial erforderlich. Typischerweise
werden an der Anode nickel- oder kobaltbasierte keramische Materialien
(Co-ZrO2 oder Ni-ZiO2-Keramik) eingesetzt. An der
Kathode kommen entweder yttrium-stabilisiertes LaSrMnO3 oder
lanthanoid-basierte Perowskite zum Einsatz. Nachfolgend werden die
Elektrodenreaktionen aufgezeigt:
Anodische
Oxidation des Wasserstoffs:
H2
+ O2-
H2O + 2e-
Kathodische
Reduktion des Sauerstoffs:
½O2
+ 2e-
O2-
Gesamt-SOFC-Reaktion:
H2
+ ½O2
H2O
Unter
den derzeitigen Betriebsbedingungen ist die interne Reformierung fossiler
Brennstoffe möglich. Die im Vergleich zur MCFC höheren
Betriebstemperaturen reduzieren das Schwefelproblem auf ein Minimum. SOFC
können 5 Mal dem gesamten Schwefelgehalt ausgesetzt werden, der in den
aus Kohle produzierte Gasen enthalten ist. Weiterhin ist
eine interne Teilreformierung des eingehenden Brennstoffes möglich. Dies
führt zu einer stärker homogenen Temperaturverteilung in der Zelle.
Derzeit
gibt es 3 wesentliche Zellvarianten: röhrenförmig Aufbau, entwickelt von
Siemens Westinghouse, mit integriertem Wärmeaustausch, hergestellt von
Sulzer-Hexis, und das normale, planare, Konzept. Die Vorteile der
nicht-planaren Bauweisen sind einfachere Dichtungstechniken und ein
besseres Wärmeaustausch-Konzept. Im Zusammenhang mit den sehr hohen
Temperaturen ist die Materialalterung in beiden Fällen eine
Herausforderung für die planare Entwicklung.
Sulzer-Hexis
Heat Intergrated System SOFC.
Siemens-Westinghouse röhrenförmig SOFC.
Planar
SOFC Stack.
Die
hohe Temperatur der SOFC hat auch Nachteile. Die thermische Ausdehnung
zerstört viele Materialverbindungen und die Abdichtung zwischen den
Zellen ist in der flachen Plattenbauweise schwierig. Es bestehen außerdem
Zwänge bei der Materialauswahl, was in komplizierten
Herstellungsprozessen für die Verbindungselemente (Bipolplatten) und die
Dichtungen ersichtlich ist. Die Verbindungselemente müssen elektrisch
leitfähig sein, die Anoden- und Kathodengasräume voneinander trennen und
die hohen Temperaturen aushalten. Auch sind geeignete Dichtungen sehr
schwierig zu entwickeln. Am weitesten verbreitet sind derzeit
Glasmaterialien. Durch die hohen Betriebstemperaturen sind das
Startverhalten und das Herunterfahren sehr zeitaufwändig. SOFC und MCFC
sind derzeit nicht für dynamische Prozesse geeignet. In Kombination mit Wärmeturbinen
wird mit Festoxid-Brennstoffzellen aber der selbe Gesamtwirkungsgrad wie
bei MCFC erreicht.
Siemens
Westinghouse 100 KW SOFC.
100 KW SOFC Systemkomponenten.
SOFC
sind für stationäre Anwendungen am geeignetsten. Siemens-Westinghouse
und Sulzer-Hexis sind die beiden führenden Anbieter von SOFC. Auch
deshalb ist die Festoxid-Brennstoffzelle die Brennstoffzelle mit der längsten
durchgehenden Entwicklungsperiode, beginnend in den 1950er Jahren, mehrere
Jahre vor dem Beginn der Entwicklung Alkalischer Brennstoffzellen in der
viele Materialprobleme gelöst wurden. Die Entwicklung von preiswerten
Materialien (speziell für die Bipolplatten) mit hoher Temperaturbeständigkeit
stellt auch heute noch die technologische Herausforderung an die SOFC dar.