Polymer-Elektrolyt-Membran
Brennstoffzellen werden auch als Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen
bezeichnet. Wie aus der Bezeichnung zu erkennen ist, wird jeweils eine
Fest-Polymer-Membran als Elektrolyt verwendet, durch den die Protonen von
der Anode zur Kathode transportiert werden. Die meisten Membranen besitzen
ein sulfoniertes Fluorpolymer als Grundgerüst, wie beispielsweise auch
Polytetrafluorethylen (PTFE), welches sowohl in reduzierender als auch in
oxidierender Umgebung chemisch inert ist. Die Membran ist in den meisten Fällen
die temperaturbegrenzende Komponente. Dabei ist die Betriebstemperatur für
PTFE-basierte Membranen im Bereich von 120°C bis 130°C. Sie kann
jedoch für andere Membranmaterialien (Poly-Benzinidosol (PBI)-Membran)
auch Temperaturen von mehr als 200°C betragen.
Einhergehend
mit der niedrigen Betriebstemperatur ist es notwendig Edelmetalle wie
Platin (Pt) und Ruthenium (Ru) als Elektroden einzusetzen. Als
Anodenbrennstoff wird reiner Wasserstoff oder reformierter Wasserstoff,
gewonnen aus fossilen Rohstoffen, wie z.B. Erdgas, verwendet und die
Kathode kann mit Luft als Sauerstoffquelle arbeiten. Die elektrochemische
Reduktionsreaktion des Sauerstoffs und die Oxidationsreaktion des
Wasserstoffs sind nachfolgend dargestellt:
Anodische
Oxidation des Wasserstoffs:
H22H+ + 2e-
Kathodische
Reduktion des Sauerstoffs:
½O2
+ 2H+ + 2e-
H2O
Gesamt-PEMFC-Reaktion:
H2 +
½O2
H2O
Außer
durch das produzierte Wasser, können die kathodischen Luftkanäle auch
durch Wasser, welches mit den Protonen durch die Membran transportiert
wird, gefüllt werden (auch als Fluten bezeichnet). Der Protonentransport
durch die Membran ist abhängig von der Feuchtigkeit der Membran. Aus
diesem Grund ist in der PEM-Brennstoffzelle ein Wassermanagment nötig.
Polymer-Elektrolyt-Membran Brennstoffzellen können als Energiewandler in
allen Arten von Systemen eingesetzt werden, von portablen Elektroniken über
Automobilanwendungen bis zu stationären Kraftwerken. Dabei liegen die
Hauptvorteile bei niedrigen Betriebstemperaturen, schnellem Startverhalten,
hoher Leistungsdichte und einem einfachen System.
1
KW portabel PEMFC, Ballard.
25
W portabel DMFC, Smart Fuel Cell.
Bipolplatte
aus Graphit mit Verteilerstrukturen, Schunk.
Die
PEMFC kann auch mit einer Methanol-Wasser-Mischung betrieben werden und
wird dann als Direkt-Methanol-Brennstoffzelle (Engl. Direct Methanol Fuel
Cell, DMFC) bezeichnet. Methanol
kann flüssig oder gasförmig vorliegen, was in den meisten Fällen von
den Betriebsbedingungen und den Anwendungen abhängig ist. Ein Nachteil
der DMFC ist die kompliziertere und deutlich trägere Anodenoxidation des
Methanols im Vergleich zu Wasserstoff. Ruthenium wir als Bi-Katalysator
auf die Anode gebracht um die CO-Vergiftung während der Reaktion zu
unterbinden (siehe nachstehende Gleichungen).
Anodische
Oxidation des Methanols:
CH3OH
+ H2O
CO2 + 6H+ + 6e-
Kathodische
Reduktion des Sauerstoffs:
1½O2
+ 6H+ + 6e-
3H2O
Gesamt-DMFC-Reaktion:
CH3OH
+ 1½O2
CO2+ 2H2O
Die
Ähnlichkeit der physikalischen Eigenschaften zwischen Wasser und Methanol
liegen in der Durchlässigkeit des Methanols von der Anode durch die
Membran zur Kathode. Dieser Effekt, als Methanol-Crossover bezeichnet,
bewirkt ein Mischpotenzial an der Kathode und somit eine Verringerung der
Gesamt-Zellspannung. Aus diesem Grund und durch die wesentlich langsamere
Oxidation des Methanols im Vergleich zu Wasserstoff, ist die
Leistungsdichte der DMFC geringer als bei einer PEMFC. Nichtsdestotrotz
machen die einfache Speicherung des energiedichtereichen Brennstoffs und
das einfache Systemdesign die Direkt-Methanol-Brennstoffzelle sehr
attraktiv als Ersatz wiederaufladbarer Batterien in portablen Anwendungen.
DMFC
Konzept für Handy's, Motorola.
DMFC
als Batterielade- Gerät für Handy's, ZSW.
Necar
5, PEMFC mit integrierten Methanolreformer, Daimler Chrysler.
Größere
Einheiten werden gewöhnlich mit Reformern zur Wandlung fossiler
Brennstoffe in Wasserstoff ausgestattet. Nach solch einem Prozess
beinhaltet das Brenn-Gas bestimmte Mengen an Carbonoxiden und Sulfiden,
welche alle Gifte für Brennstoffzellen darstellen. Kohlenmonoxid CO zum
Beispiel, adsorbiert Partikel am Katalysator, welche die weitere
Wasserstoffzufuhr blockieren. Um den Gehalt des CO an der Anode zu
minimieren, sollte der Gehalt kleiner als 20 ppm sein. Diese Toleranz für
CO im ppm-Bereich gilt nur für Niedrigtemperatur-Brennstoffzellen und
kann sich auf mehrere 1000 ppm für Hochtemperatur-Brennstoffzellen erhöhen.
Deshalb wird ein wesentliches Augenmerk auf die Entwicklung besserer
Reformer und Reinigungssysteme im Zusammenhang mit CO-toleranten
Katalysatoren für Brennstoffzellen gesetzt.