In
PAFC wird konzentrierte
Phosphorsäure in einer Siliziumcarbid (SiC)-Teflon-Matrix als
Elektrolyt verwendet. Wegen dieses
aggressiven Mediums, wurde bis vor wenigen Jahren nur verdünnte Säure
verwendet. In jüngster Zeit entwickelte korrosionsbeständige Materialien
machten es möglich konzentrierte Phosphorsäure einzusetzen, was die
Elektrolytleitfähigkeit erhöhte. Die Elektroden basieren dabei auf den
selben Materialien wie in PEM-Brennstoffzellen. Es werden kohlenstoffgeträgertes
Platin Pt und auch ein höher beladener Katalysator auf der Anodenseite
benötigt. Beim Einsatz von reformiertem Wasserstoff wird Ruthenium Ru zusätzlich
zum Platin auf der Anode eingesetzt. Mit Ruthenium als Sekundärkatalysator
kann Kohlenmonoxid CO im Brennstoff leichter oxidiert werden. Wenn
Wasserstoff (oder reformierte Kohlenwasserstoffe) und Luft als Brennstoffe
verwendet werden, sind die elektrochemischen Reaktionen an den Elektroden
identisch mit denen in einer PEM-Brennstoffzelle.
Anodische
Oxidation des Wasserstoffs:
H22H+ + 2e-
Kathodische
Reduktion des Sauerstoffs:
½O2
+ 2H+ + 2e-
H2O
Gesamt-PAFC-Reaktion:
H2 +
½O2
H2O
Die
PAFC arbeitet bei etwa 200°C, womit die Phosphorsäure-Brennstoffzelle
weniger sensibel für Verunreinigungen wie CO als die PEM-Brennstoffzelle
ist. Aus diesem Grund kann sie nicht direkt mit fossilen Brennstoffen
versorgt werden, was eine externe Reformierungseinheit notwendig macht. CO
muss deshalb mittels einer Wassergas-Shift-Reaktion so verändert werden,
dass der Gehalt kleiner 3 – 5 vol.-% ist, da sonst der Katalysator
zugesetzt wird. Durch die höhere Betriebstemperatur ist auch die Abwärme
höher als in anderen Niedrigtemperatur-Brennstoffzellen. So wird eine
kombinierte Wärme- und Energienutzung möglich. Durch die Vielzahl an
grundlegenden Ähnlichkeiten zwischen Phosphorsäure-BZ und
PEM-Brennstoffzellen können viele Komponenten gemeinsam verwendet werden.
Fuji-Electric
100 KW.
UTC
Fuel Cell Onsi
PC25.
Toshiba-UTC
PC25.
Dem
Wasserhaushalt kommt eine viel größere Bedeutung zu als bei der
PEM-Brennstoffzelle, da hier ein flüssiger Elektrolyt verwendet wird. Bei
diesen Betriebstemperaturen ist es sehr schwierig das Wasser in der
Brennstoffzelle zu halten. Mit konzentrierter Säure wird das Problem
wesentlich reduziert. Die geringe Kühltemperatur von Phosphorsäure von
40°C bis 50°C führt zu einem längern Startverhalten als bei der PEMFC. Phosphorsäure ist bei niedrigen Temperaturen ein geringerer
Ionenleiter und die CO-Vergiftung auf dem Platinkatalysator an der Anode
wird größer. Die Hauptvorteile sind einfache Bauweise, thermische,
chemische und elektrochemische Stabilität und eine niedrige Flüchtigkeit
des Elektrolyten (keine Probleme mit CO2 im Brennstoff). Im Vergleich zu
anderen Brennstoffzellensystemen ist die Leistungsdichte geringer und die
PAFC-Systeme erreichen nur elektrische Wirkungsgrade von 37 – 42 % (Grundlage:
LHV von Erdgas). Damit bewegen sich Phosphorsäure-Brennstoffzellen am
unteren Ende der Wirkungsgrade für Brennstoffzelle-Kraftwerke.
Systembeschreibung
von einer ONSI-Toshiba PAFC.
Von
allen Brennstoffzellensystemen ist die PAFC die am meisten
kommerzialisierte Variante. Sie werden hauptsächlich in stationären
Kraftwerken eingesetzt, sind aber auch in leistungsstarken Fahrzeugen, wie
Stadtbussen, eingesetzt. Weltweit sind viele Systeme im Megawatt-Bereich
zur Versorgung von Elektrizität, Wärme und heißem Wasser installiert.
Am meisten bekannt ist das ONSI PC25 System von UTC Fuel Cells in
Kooperation mit Toshiba und Ansaldo im Bereich Vertrieb und Entwicklung.
Eines der bisher größten gebauten Brennstoffzellenkraftwerke ist ein 11
MW PAFC System in Japan.