Schmelzcarbonat-Elektrolyte
sind normalerweise Lithium- / Kaliumcarbonat (Li2CO3
/ K2CO3) oder Lithium- / Natriumcarbonat (Li2CO3
/ Na2CO3) in einem aluminiumkeramischen Grundgerüst
(LiAlO2). Unter den hohen Betriebsbedingungen bilden die
Alkalicarbonate ein stark leitfähiges Salz in dem Carbonationen die
Ionenleitfähigkeit erzeugen. Das Grundgerüst kann durch Al2O3-Fasern
die mechanische Festigkeit erhöhen. Der Ersatz von Kalium durch Natrium
stabilisiert den Elektrolyten und verlängert dessen Lebensdauer. Wenn
Carbonationen (CO32-) von der Kathode durch den Elektrolyten
zur Anode transportiert werden, wird an der Kathode CO2 im
Beisein von Sauerstoff gebildet. Dies wird jedoch gewöhnlich vom
Anodengas rückgewandelt.
Durch
die sehr hohe Betriebstemperatur (600 – 700°C) wird die
Kathodenkinetik im Vergleich zu PEMFC und PAFC stark verbessert, wodurch keine Edelmetalle als Katalysatoren mehr notwendig
sind. Auf der Kathode wird gewöhnlich Nickeloxid verwendet, es werden
aber auch lithiumoxidische Materialien eingesetzt. Für die Anode werden
Nickel-Aluminium oder Nickel-Chrom eingesetzt. Nachfolgend sind die
Elektroden- und die Gesamtreaktion aufgezeigt.
Anodische
Oxidation des Wasserstoffs:
H2
+ (CO3)2-
H2O + CO2 + 2e-
Kathodische
Reduktion des Sauerstoffs:
CO2
+ ½O2
+ 2e-(CO3)2-
Gesamt-MCFC-Reaktion:
H2 +
½O2
H2O
Wird
ein reformierfähiger Katalysator zugesetzt, kann intern ein fossiler
Brennstoff eingesetzt werden. Die entstehende (Ab-)Wärme kann bei genügend
hohen Temperaturen zum Antreiben von Gasturbinen und / oder zur Produktion
von Hochdruck-Dampf zum Einsatz in Dampfturbinen oder zur Kopplung von Wärme
und Energie genutzt werden. Durch die Nutzung der Abwärme können so
Wirkungsgrade bis zu 80 % erreicht werden, wobei die
Brennstoffzelleneffizienz größer als 50 % ist.
MTU
Friedrichshafen MCFC Stacks.
MTU
Friedrichshafen Hot Modules.
Im
Gegensatz zu den Niedertemperatur-Brennstoffzellen hat die
Schmelzcarbonat-Brennstoffzelle keine Probleme mit CO2 und CO
im Brennstoff. Jedoch stellt die geringe Schwefeltoleranz des reformierfähigen
Katalysators ein Problem dar. Alle fossilen Brennstoffe beinhalten
Schwefel, welcher bei den geringen Reformierungstemperaturen ein
Katalysatorgift darstellt. Weitere Nachteile sind die Alterung der
Materialien durch die hohen Temperaturen im Zusammenhang mit den stark
korrosiven Elektrolyten. Wichtige Punkte in der Materialauswahl sind
deshalb Alterung, Passivierung und thermische Ausdehnungseigenschaften.
Spezielle Edelstähle basierend auf Nickel Ni, Cobalt Co, Eisen Fe oder
Chrom/Aluminium Cr/Al haben sich bei diesen Betriebsbedingungen am besten
bewährt.
DFC300
250 KW MCFC Fuel Cell Energy.
1
MW MCFC Fuel Cell Energy.
Schmelzcarbonat-Brennstoffzellen
werden als Alternative zu erdgas- oder kohlebasierenden Kraftwerken von
einigen 100 Kilowatt bis hin zu mehreren Megawatt entwickelt. Firmen wie
MTU Friedrichshafen, Fuel Cell Energy (ehemals Energy Research
Corporation) und einige Japanische Firmen (Hitachi, IHI und Mitsubishi
Electric) haben bereits Prototypen entwickelt.