Alkalische
Brennstoffzellen waren eine der ersten Typen die in den 1960er Jahren
entwickelt wurden. Sie waren der erste Brennstoffzellentyp der im
US-Weltraumprogramm zur Versorgung der Bordelektrik im Apollo Spaceshuttle
eingesetzt wurden. Das Elektrolyt ist konzentriertes (85 gew.-%)
Kaliumhydroxid (KOH) bei Brennstoffzellen mit hoher Betriebstemperatur
(>250°C) und wenig konzentrierte KOH (35 – 40 gew.-%) für niedrige
Betriebstemperaturen. Die in jüngster Zeit entwickelten Systeme arbeiten
bei Betriebstemperaturen unterhalb 100°C. Die Sauerstoffreduktion in
alkalischen Medien ist sehr viel schneller als in sauren, wie z.B. PEMFC.
Aus diesem Grund sind eine Vielzahl von Kathodenkatalysatoren, wie z.B.
Nickel Ni, Silber Ag, Metalloxide oder Spinels im Zusammenhalt mit
Edelmetalles einsetzbar. Wenig teure Katalysatormaterialien wie
Raney-Nickel oder Raney-Silber wurden in den frühren Zeiten der AFC-Geschichte
eingesetzt. Nachfolgend sind die Elektrdenreaktionen zu sehen.
Anodische
Oxidation des Wasserstoffs:
H2
+ 2OH-
2H2O + 2e-
Kathodische
Reduktion des Sauerstoffs:
½O2
+ H2O + 2e-
2OH-
Gesamt-AFC-Reaktion:
H2 + ½O2
H2O
Im
Gegensatz zu den Protonen beiPhosphorsäure- oder Polymerelektrolytmembran- Brennstoffzellen, sind
bei Alkalischen Brennstoffzellen die Hydroxid (OH-)-Ionen die leitfähigen
Ionen. Die Brennstoffversorgung ist begrenzt auf sehr reinen Wasserstoff
und Sauerstoff. Kohlenmonoxid CO ist ein Katalysatorgift und Kohlendioxid
CO2 reagiert mit dem Elektrolyten (KOH) zu K2CO3 (festes Salz) was zur
Alterung des Elektrolyten führt. Schon kleine Mengen von CO2 aus der Luft
verschlechtern die Leistung der AFC. Die Carbonate entstehen nach
folgender Reaktionsgleichung:
CO2
+ 2OH-
(CO3)2- + H2O
Im
ersten Weltraum-AFC-System wurde der KOH-Elektrolyt in einem Grundgerüst
gehalten. Weiterentwicklungen führten zu einem zirkulierenden
Elektrolyten, was zu einem besseren Schutz vor Leckagen führt, der die
Lebensdauer des Elektrolyten erhöht und außerdem zur Flüssigkühlung
des Zellstacks führt. Erstrebenswerte Eigenschaften einer Alkalischen
Brennstoffzelle beinhalten deren exzellenten Verhalten mit Wasserstoff und
Sauerstoff hin zu aktiven Kathodenkinetiken. In den Weltraumanwendungen
werden Wirkungsgrade bis 60 % erreicht, was wesentlich höher ist, als mit
anderen Brennstoffzellentypen.
Karl
Kordesch AFC Fahrzeug (Hybrid).
Karl
Kordesch AFC Fahrzeug-Innendarstellung.
In
den letzten Jahren ist das Interesse an alkalischen Brennstoffzellen stark
angestiegen. Praktische Probleme zur Kostenreduktion und zur Reduzierung
des CO2 im Kathodenluftstrom begrenzen den Einsatz von AFC-Systemen in
Spezialanwendungen wie Weltraumraketen und U-Booten. Das britisches
Unternehmen, Zetek, baute vor einiger Zeit Alkalische Brennstoffzellen für
automobile Anwendungen (siehe auch nachfolgende Bilder). Im Jahr 2002
wurden die Aktivitäten jedoch aus Geldmangel gestoppt.