Im Kleinleistungsbereich, von
wenigen Milli-Watt bis zu einigen Hundert Watt, können Brennstoffzellen
theoretisch die heutigen wiederaufladbaren Batterien ersetzen. Der portable
Markt ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte der letzten Dekaden.
Laptops, Handys, kleine Kameras und andere elektrische Geräte werden jedes
Jahr in Millionen von Stück verkauft.
PEMFC-System integriert in einem Laptop, Fraunhofer
ISE.
DMFC als Batterieladegerät für Handy's, Mechanical
Technologies.
DMFC
als Batterieladegerät für Laptops, Smart Fuel Cell.
Neben
geometrischen Aspekten wie Größe und Gewicht, sind solche Eigenschaften
wie Betriebsdauer, Ansprechzeit und Startverhalten die bedeutendsten
Charakteristika für den Einsatz tragbarer Geräte. Die integrierte
Energiequelle soll auch eine möglichst geringe Betriebstemperatur haben,
womit die PEMFC und die DMFC als einzig mögliche Typen in Betracht kommen.
Im Vergleich zu Batterien ist die Trennung zwischen Energiewandler und
Brennstofftank nur in der Entwicklungszeit akzeptabel. Die Größe der
Brennstoffzelle hat nur Einfluss auf die maximale Ausgangsleitung, während
die Tankgröße die Betriebsdauer beeinflusst (was die größtmögliche
Energie meint). In Batterien sind Leistung und Energie direkt mit dem
geometrischen Design verbunden. Ein Laptop benötigt mindestens 20 Watt und
arbeitet normalerweise 2 bis 3 Stunden, während Handys nur 2 bis 5 Watt benötigen
und eine Stand-by-Zeit von maximal 10 Tagen haben. Brennstoffzellen haben
eine theoretisch höhere Energiedichte als heutige Batterien und im
Gegensatz zur relativ langen Aufladezeit bei Batterien, werden
Brennstoffzellen durch das Auffüllen der Tanks „aufgeladen“.
Nach
einer bestimmten Betriebsdauer verringert sich die Kapazität der
aufladbaren Batterien mit der Anzahl der Ladezyklen. Die weitere Entwicklung
versucht das zu beheben, aber Brennstoffzellen haben eine potenziell längere
Lebensdauer. Einhergehend mit der Trennung von Tank und Energiewandler ist
auch die Selbstentladung kein Problem. Sowohl PEMFC als auch DMFC sind für
den Einsatz in tragbaren Anwendungen geeignet. Ihr Vorteil im Vergleich zu
anderen Brennstoffzellen-Typen ist die hohe Ausgangsleistung bei niedrigen
Betriebstemperaturen. Die PEMFC verfügt über die größte Leistungsdichte
eines Brennstoffzellen-Stacks, welche jedoch durch die Speicherung des
Wasserstoffs begrenzt wird. Die für die Speicherung am häufigsten
verwendeten Metall-Hydride sind sehr schwer und können nur wenige
Gewichts-Prozent Wasserstoff speichern. Flüssiges Methanol hat eine sehr
hohe Energiedichte und ist auch leicht zu speichern. Nichtsdestotrotz hat
die DMFC eine deutlich geringere Leistungsdichte als die PEMFC und muss
mit verdünntem Methanol (Methanol-Wasser-Mix) betrieben werden. Neben dem
flüssigen Brennstoff ist eine Direktmethanol-Brennstoffzelle auch einfacher
aufgebaut als eine PEMFC. Die Entscheidung welcher Brennstoffzellen-Typ der
geeignetere ist, hängt dabei von der Anwendung und den Betriebsbedingungen
ab.
PEMFC-System als Batterie- Ersatz für
Videokamera, Fraunhofer
ISE.
PEMFC mit integrierten Methanolreformer,
Casio.
DMFC-Ladestation
für Laptops, Smart
Fuel Cell and Medion.
Die
Entwicklung des portabelen Marktes wird stark anwachsen und die Anforderungen
an die einzelnen Anwendungen werden stetig steigen. Dies erhöht natürlich
auch die Anforderungen an die jeweilige Leistungsquelle. Studien prophezeien,
dass die heutige Batterietechnologie für die kommenden
Leistungserfordernisse ungeeignet sein wird. Brennstoffzellen sind geeignet
diesen portablen Markt zu bedienen, wobei noch einige Probleme gelöst
werden müssen. Die meisten der frühen Prototypen waren
PEM-Brennstoffzellen, welche jedoch große Probleme mit der entstandenen Wärme
und dem Wasserhaushalt hatten. In den letzten Jahren wurde die
Direktmethanol-Brennstoffzelle ständig interessanter. Bevor jedoch
irgendein Brennstoffzellensystem eine Batterie ersetzen kann, müssen
Verbesserungen in Größe, Wasser-, CO2-(DMFC), und Wärmemanagement,
Betriebssicherheit und Kosten vorgenommen werden.
Mobiles Office BZ-System, Masterflex.
PEMFC für Profikamera, Fraunhofer ISE
und Ambient.
DMFC
für Laptops, Smart
Fuel Cell.
Die meisten
Firmen, die im portablen Elektronikmarkt tätig sind, sind auch in die
Brennstoffzellen-Forschung involviert und viele haben bereits Ergebnisse präsentiert
oder komplette Prototypen vorgestellt. Viele verschiedene Firmen und
Forschungsinstitute arbeiten an der Entwicklung von Brennstoffzellen im
Niedertemperatur-Bereich. Jedoch haben die meisten Firmen die versprochene
Markteinführung noch nicht erreicht. Die derzeit realistischste Vorhersage
erwartet erste brennstoffzellenbetriebene tragbare Geräte in den Jahren
2004/2005.