Eine der ersten Anwendungen von Brennstoffzellen,
die auf deren vorteilhaften Eigenschaften beruhte, war im
US-Weltraumprogramm. Drei Alkalische Brennstoffzellen-Module
erzeugten 12 KW elektrischer Leistung während den Apollo-Missionen in den
60er Jahren. Im Jahr 1970 entwickelte Prof. Karl Kordesch von der
Universität Graz, Österreich, das erste offiziell vorgestellte
brennstoffzellenangetriebene Auto. Das war ein Hybrid-Auto mit einer 6 KW
AFC Blei-Säure-Batterien und einem 20 KW Gleichstrommotor. Seitdem
werden die mobilen Anwendungen in nahezu allen Bereichen des motorisierten
Transportwesens, für Wasser-, Luft- und natürlich Landfahrzeuge,
getestet. Beispiele für aktuelle Projekte zum Einsatz von
Brennstoffzellen sind U-Boote, Fähren, Flugzeuge und Motorräder.
Brennstoffzellen sind aber nicht in allen Fällen die Hauptenergiequelle.
Sie sind interessant für die unterstützende (elektrische)
Leistungsversorgungen in Kombination mit Verbrennungsmotoren. Durch die Investition von jährlich mehreren
Millionen Dollar in die Forschung und Entwicklung, ist die Automobilindustrie der treibende Faktor bei der
Brennstoffzellen-Entwicklung.
Brennstoffzellen-batterie- betriebenes
Fahrzeug von Kordesch, 1970.
GM Opel Zaphira PEM-
Brennstoffzellen-Fahrzeug.
Cryoplane
Designkonzept.
Nahezu
alle Automobilhersteller beschäftigen sich mit der
Brennstoffzellen-Entwicklung. In den letzten Jahren wurden mehr
umweltfreundliche Alternativen zum internen Verbrennungsmotor (IV-Motor)
gesucht. Die starken Reglementierungen von Regierungen, besonders in
Kalifornien, USA, haben zweifellos die Integration von Brennstoffzellen in
Autos und Bussen beschleunigt. Im Vergleich zu IV-Motoren haben
Brennstoffzellen faktisch keine umweltverschmutzenden Abgase wie NOx
und Sulfide. Die Menge des CO2-Ausstosses hängt vom verwendeten
Brennstoff ab, wobei der Gesamtwirkungsgrad bei Brennstoffzellen immer am höchsten
ist, was aber weniger als in einem Verbrennungsmotor ist. Schnelle
Reaktionszeiten (Beschleunigung) und das Startverhalten sind die größten
Herausforderungen der Automobile. Hochtemperatur-Brennstoffzellen wie MCFC
und SOFC sind nicht gut geeignet, da ihr Aufbau komplizierter ist und das
Startverhalten im Vergleich zu PEMFC und DMFC länger andauert. Ein noch
zu lösendes Problem ist der Betrieb bei Temperaturen unterhalb 0°C. Da die
Polymermembran große Mengen an Wasser aufnimmt, sind Vorkehrungen zum
Schutz des Zellstackls gegen ein Einfrieren zu treffen.
PEMFC mit integrierten Methanolreformer, Necar 5
von DaimlerChrysler.
Innendarstellung
von Necar 4, DaimlerChrysler.
Wasserstoffverbrennungsmotor, BMW.
Der
innere Aufbau des Necar 4 von DaimlerChrysler ist im mittleren Bild zu
sehen. Es ist zu erkennen, dass der Brennstoffzellen-Stapel selbst nur ein
kleiner Teil des Gesamtsystems ist. Luftkompressor, Pumpen, Gasbefeuchter
und eine Kontrolleinheit mit einem DC/DC-Wandler sind für den stabilen
Betrieb notwendig. Das geringe Platzangebot in Autos setzt starke Grenzen
für die Integration des kompletten Systems. Verschiedene Teile müssen
speziell für den Einsatz in heutigen Autodesigns entwickelt werden. Beim
Einsatz von PEM-Brennstoffzellen-Systemen ist die Speicherung des
Wasserstoffs ein großes Problem. Keine der getesteten Druckgas-, Flüssiggas-
oder Metallhydridtechnologien hat den Anforderungen genügt. Eine
Alternative dazu ist die Speicherung von flüssigem Methanol und der
Einsatz eines Reformers oder einer Direktmethanol-Brennstoffzelle trotz
ihrer geringeren Leistungsdichte.
Citaro Bus, DaimlerChrysler und Ballard.
Toyota FCHV-4, Hybrid- Fahrzeug.
Ford
Focus BZ-Auto.
Es wurde mehr
oder weniger gut nachgewiesen, dass die Umsetzbarkeit und die Haltbarkeit
von Brennstoffzellen in Automobilen möglich ist. Das aktuelle
Hauptaugenmerk liegt auf der Kostenminimierung. Wobei die Menge der
eingesetzten Edelmetalle und der Polymermembran die dominierenden Faktoren
sind. DaimlerChrysler, GM, VW, Volvo, Ford, Toyota und Honda habe ihre Kräfte
in der Entwicklung von Brennstoffzellen-Autos in der Zusammenarbeit mit der
kanadischen Brennstoffzellen-Firma Ballard gebündelt. GM hat die Einführung
ihrer Brennstoffzellen-Autos für das Jahr 2010 angekündigt. Die nächsten
5 Jahre werden zeigen, welche Firma die Kommerzialisierung gewinnen wird.